Verteidigungsindustrie

Fällt in Verteidigungsanlagen ein System aus, bedeutet das mehr als nur einen Produktionsausfall. Das Radar erblindet, die Kommunikation bricht ab, die Überwachung steht still. In diesen Anlagen ist Schutz Teil der Einsatzkontinuität.

Warum ist dies ein Hochrisikosektor?

Anlagen der Verteidigungsindustrie unterscheiden sich in Bezug auf Blitzschlag aus drei Gründen von anderen Branchen. Erstens die Exposition: Radartürme, Antennen und Kommunikationsmasten sind die höchsten Punkte ihrer Umgebung und befinden sich meist im offenen Gelände, auf Hügelkuppen. Der Blitz sucht sich den höchsten Punkt.

Zweitens der Inhalt: Munitionslager, Produktionslinien für Explosivstoffe und Treibstoffanlagen gehören zur Gebäudeklasse, die nach TS EN / IEC 62305 die höchste Schutzklasse erfordert. Die zulässige Risikogrenze ist hier wesentlich niedriger als bei einer gewöhnlichen Industrieanlage.

Drittens die Konsequenz: In einer Produktionsanlage bedeutet ein Defekt Stillstand; in einer Verteidigungsanlage kann ein Defekt Einsatzausfall und Gefahr für Leib und Leben bedeuten. Deshalb erfolgt die Auslegung nicht nach der Logik „ausreichender Schutz“, sondern nach „Schutz, der keine Unterbrechung zulässt“.

Einsatzunterbrechung

Der Ausfall von Radar-, Kommunikations- und Überwachungssystemen bedeutet einen unmittelbaren Verlust der operativen Fähigkeit.

Explosionsrisiko

In Munitions- und Treibstoffanlagen ist Funkenbildung nicht hinnehmbar; die höchste Schutzklasse ist erforderlich.

Hohe Exposition

Türme, Antennen und Freiluftanlagen sind die Bauwerke mit der höchsten Anfälligkeit für direkten Blitzeinschlag.

Empfindliche Elektronik

RF-Empfänger, Signalverarbeitungsplatinen und verschlüsselte Kommunikationsgeräte arbeiten mit niedrigen Spannungsschwellen.

Wo wird der Schutz in der Anlage installiert?

Bei Verteidigungsanlagen erfordert der Schutz nicht die Auslegung eines einzelnen Gebäudes, sondern der gesamten Liegenschaft. Jede Gebäudegruppe hat ihr eigenes Risiko und folglich ihre eigene Schutzklasse.

Dies sind die höchsten und am meisten exponierten Punkte der Liegenschaft; sie sind die Bauwerke mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für einen direkten Einschlag. Hier müssen drei Leitungen gemeinsam geschützt werden: die Energieversorgung, die Koaxial-/RF-Leitung und die Steuerungs-/Datenleitung. Nur die Energieseite zu schützen, nützt gegen eine von der Antenne kommende Überspannung nichts.

Diese Bauwerke werden nach LPL I bewertet, der höchsten von der Norm definierten Schutzklasse. Die Fangeinrichtung wird nach der Blitzkugelmethode mit 20 Metern Radius ausgelegt, mit einer Maschenweite von 5 × 5 Metern.

Entscheidend ist hier nicht nur die Fangeinrichtung. Die Berechnung des Trennungsabstands (s), der Potentialausgleich und funkenfreie Verbindungsmethoden sind mindestens so kritisch wie die Fangeinrichtung selbst. Ein einziger Funke zwischen metallischen Bauteilen ist in diesen Anlagen ein nicht hinnehmbares Risiko.

Für Serverräume, Kontrollzentren und Datenleitungen kommt es nicht nur auf den Schutz des Geräts an, sondern darauf, dass es unterbrechungsfrei weiterarbeitet. Deshalb werden in diesen Bereichen Schutztechnologien bevorzugt, die nach einem Defekt keine Sicherung auslösen und für einen Modulwechsel keine Stromabschaltung erfordern.

Produktionslinien der Verteidigungsindustrie beherbergen, anders als die zivile Industrie, deutlich empfindlichere Mess- und Testgeräte. Ein Testaufbau, dessen Kalibrierung verloren geht, bedeutet nicht nur den Gerätewert, sondern dass alle bereits geprüften Produkte erneut getestet werden müssen.

Zudem sind Testgelände im Freien aufgrund ihrer langen Kabelwege die Bereiche mit dem höchsten Einkopplungsrisiko.

Der gefährlichste Zustand in kritischen Anlagen ist, dass ein nicht funktionierender Schutz unbemerkt bleibt. Ein ausgedienter Überspannungsableiter wirkt von außen betrachtet intakt. Überwachungsgeräte beseitigen diese Blindheit und übertragen den Schutzzustand an das zentrale System.

Blitzfrühwarnsysteme ermöglichen es, im Freien arbeitendes Personal und laufende Einsätze bereits vorab zu schützen.

Hervorgehobene Lösungen für Verteidigungsanlagen

Einsatzkontinuität

Strikesorb und Rayvoss

Dank ihrer Bauweise ohne Sicherung und Thermotrenner bieten sie auch nach aufeinanderfolgenden Einschlägen weiterhin Schutz; für einen Modulwechsel muss das System nicht abgeschaltet werden. Das ist die entscheidende Eigenschaft für abgelegene, nicht dauerhaft besetzte Stellungen und für Zentren, die keine Unterbrechung zulassen.

RF und Kommunikation

Koaxial-, Daten- und Signalschutz

Bei Radar- und Antennensystemen kommt die Überspannung meist nicht über die Energieleitung, sondern über die Antenne selbst. Der Koaxialleitungsschutz schließt diesen Weg, ohne die RF-Leistung zu beeinträchtigen. Für Daten- und Steuerungsleitungen werden eigene Schutzstufen eingerichtet.

Höchste Schutzklasse

Auslegung nach LPL I

Für Munitions-, Sprengstoff- und Treibstoffanlagen wird die Fangeinrichtung nach der Blitzkugelmethode mit 20 Metern Radius und 5 × 5 Metern Maschenweite projektiert; der Trennungsabstand wird berechnet, und es werden funkenfreie Verbindungsmethoden verwendet. Die Auslegung geht der Produktwahl voraus.

Wie gehen wir vor?

  1. Risikoanalyse auf Liegenschaftsebene Jede Gebäudegruppe wird einzeln bewertet; ein Munitionslager und ein Verwaltungsgebäude erfordern nicht dieselbe Schutzklasse.
  2. Festlegung der Schutzklasse je Gebäude Auf Basis der Ergebnisse nach TS EN / IEC 62305-2 wird für jedes Gebäude eine Schutzklasse LPL I–IV festgelegt.
  3. Gemeinsame Auslegung von Energie-, RF- und Datenleitungen Die drei Leitungsarten werden nicht getrennt, sondern koordiniert behandelt; eine einzige ungeschützte Leitung schwächt die gesamte Kette.
  4. Umsetzung und Inbetriebnahme Die Montage wird nach dem operativen Zeitplan der Anlage geplant.
  5. Messung, Berichterstattung und periodische Kontrolle Erdungswiderstand und Durchgängigkeit werden gemessen und dokumentiert; der Schutzzustand wird über Überwachungssysteme fortlaufend verfolgt.

Lassen Sie uns einen Schutzplan für Ihre Anlage erstellen

Lassen Sie uns das Risiko jeder Gebäudegruppe auf Ihrer Liegenschaft einzeln bewerten. Kontaktieren Sie uns für eine Begehung und Erstbewertung.

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