
Schutz von Rechenzentren vor Blitzschlag und Überspannungsimpulsen
24 Juli 2015
Blitzschutz und Niederspannungs-Überspannungsableiter in Zement- und Betonwerken
7 August 2015Ein Schiff, das auf offener See unterwegs ist, unterscheidet sich hinsichtlich des Blitzrisikos nicht von einem Solarfeld auf freiem Gelände oder einer Tankstelle am Straßenrand. Durch Kumuluswolken erzeugte Blitze wählen über dem Meer stets den kürzesten Weg zur Ionisation. Unser vorrangiges Ziel ist es, einen auf das Schiff gerichteten Blitz sicher in das Wasser abzuleiten, das als zuverlässigstes Erdungselement dient. Dabei müssen sowohl die thermische Wirkung von bis zu 28.000 Grad Celsius als auch die elektrische Wirkung von bis zu 200 kA vollständig eliminiert werden.
Das größte Risiko bei Blitzeinschlägen in Schiffe ist Brandgefahr. Alle Faktoren, die einen Brand begünstigen könnten, müssen beseitigt werden. Seefahrzeuge, die häufig Holzmaterialien enthalten, sind besonders brandgefährdet, da elektrische Energie in Wärme umgewandelt wird. Zusätzlich müssen sämtliche Bordgeräte und Kommunikationssysteme elektrisch geschützt werden.
Anstatt Blitze aktiv anzuziehen, sollten Schutzwinkel durch den Einsatz von
passiven Fangeinrichtungen
gebildet werden, sodass das System nur dann aktiviert wird, wenn der Blitz tatsächlich auf das Schiff trifft. Auf Grundlage der Auslegung und Berechnung der Fangstangen müssen unter Berücksichtigung der Schiffsabmessungen und der Höhe über dem Meeresspiegel die Schutzbereiche definiert werden. Die ausgewählten Fangstangen müssen isolierter Bauart sein.
Anschließend kommt das Ableitersystem zum Einsatz. Unsere ausdrückliche Empfehlung ist die Verwendung isolierter Blitzableitungen. Unisolierte Leiter übertragen die thermischen, elektrischen und magnetischen Effekte des Blitzes direkt in das System. Daher müssen speziell geprüfte isolierte Blitzableiter verwendet werden. Zudem stellen blanke Leiter aufgrund der Berührungsspannung auf Metallflächen ein erhebliches Risiko dar. Aus Gründen der Personensicherheit empfehlen wir dringend isolierte Leiter. Die rollende Kugelmethode sowie die Schutzwinkelmethode müssen bei der Planung vollständig berücksichtigt werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass selbst ein indirekter Blitzeinschlag erhebliche elektrische Schäden verursachen kann. Ein Blitzschlag in bis zu 2 km Entfernung kann die gesamte Schiffselektronik zerstören. Gemäß IEC 61643 müssen unter Berücksichtigung der Dauerbetriebsspannungen alle Energie-, Daten- und Koaxialleitungen – unabhängig von DC oder AC – mit
Niederspannungs-Überspannungsschutzgeräten
geschützt werden.
Funkkommunikationseingänge (BNC-, N- und F-Steckverbinder), DC-Schwachstromsysteme sowie Motorausgänge müssen ebenfalls mit Überspannungsschutzsystemen gesichert werden. Die Produktauswahl sollte von Fachingenieuren entsprechend den Schiffsmerkmalen erfolgen.

Als Blitzschutz-Zentrum bieten wir spezielle Planung, Anwendung und Materialbeschaffung für den Blitzschutz von Schiffen, Yachten und Booten an. Unter Einhaltung der IEC 50164 Normen führen wir alle Arbeiten mit unseren 3D-Planungsprogrammen durch. Für Unterstützung können Sie sich jederzeit an unser erfahrenes Ingenieurteam wenden.



