
AKTUELLE BLITZSCHUTZNORMEN
3 November 2019
BLITZSCHUTZ BEI WINDMESSMASTEN
1 Dezember 2019In unserem Land werden insbesondere in großen Elektronikfachmärkten steckdosentypische Parafudr-Produkte unter dem Namen Überspannungsschutzsteckdosen gegen Blitze verkauft. Wir haben beobachtet, dass diese Produkte dem Endverbraucher zu sehr hohen Preisen verkauft werden mit der Aussage, dass teure Geräte durch Blitzschläge nicht beschädigt werden. Der Endverbraucher geht davon aus, dass er durch die Verwendung dieser Produkte seinen Fernseher oder Kühlschrank gegen Blitzschläge und starke plötzliche Überspannungen schützt. Betrachtet man das Thema technisch, verbreitet sich aufgrund mangelnder Fachkenntnisse sowohl beim Verkäufer als auch beim Käufer eine falsche Annahme sehr schnell im Markt. In diesem Artikel wollten wir erläutern, dass Überspannungsschutzsteckdosen keinen Schutz gegen Blitzimpulse und starke Überspannungen bieten, dass wir uns selbst täuschen und dass im Ernstfall erhebliche Schäden entstehen.

Gemäß der Norm IEC 62305 und der Blitzschutzverordnung müssen AG-Parafudr-Produkte eingesetzt werden, um elektrische Systeme vor Blitz- und plötzlichen Überspannungsimpulsen zu schützen. Diese Nutzung ist auch gemäß der Verordnung für elektrische Inneninstallationen, Artikel 43, verpflichtend. Das hier zu installierende System ist ein abgestufter Schutz, wobei Typ 1+2 in Hauptverteilungen; Typ 2 in Unterverteilungen; Typ 3 vor den Geräten; zusätzlich Typ-3-Parafudr für Modem-, Satelliten-, Ethernet- und Telekommunikationsleitungen eingesetzt werden müssen. Die als Überspannungsschutzsteckdosen verkauften Produkte gehören zur Kategorie Typ 3 und sind empfindliche Schutzprodukte. Sie bieten keinen Schutz gegen Blitzimpulse.
Damit ein Produkt Schutz gegen Blitzimpulse bieten kann, muss es auf der 10/350ms-Kennlinie geprüft sein; Produkte, die Schutz gegen Netzimpulse, Oberwellen und plötzliche Spannungsspitzen bieten, werden auf der 8/20ms-Kennlinie geprüft. Die hier genannten Überspannungsschutzsteckdosen sind einfache varistorbasierte Produkte, die auf der 8/20ms-Kennlinie lediglich wenige Kiloampere dämpfen können. Das bedeutet, dass sie bei einem 100kA-Blitzimpuls oder einem Netzimpuls über 10kA keinen Schutz bieten. Selbst bei einem 1kA-Blitzimpuls können diese Produkte keinen Schutz gewährleisten. Dennoch werden sie nach dem Verkauf von Fernsehern und Haushaltsgeräten als Blitzschutzsteckdosen angeboten und führen so zu einer falschen Information des Nutzers.

Wenn Sie Ihre Systeme vor Blitzen schützen möchten, nehmen wir als Beispiel den Fernseher; Zunächst muss in der Hauptverteilung ein Blitzschutzprodukt mit Typ 1+2 oder Typ 1+2+3 eingesetzt werden, dessen Iimp-Wert pro Phase mindestens 25kA beträgt. Diese Produkte müssen parallel an den Niederspannungsausgängen von Haupttransformator, Generator und USV eingesetzt werden. Raycap Protec T1HS Typ 1+2 und Raycap Probloc Typ 1+2 mit 100kA Schutz sind hierfür ideale Produkte. Ist das äußere Blitzschutzsystem isoliert, sollten in den Etagenverteilungen Typ 2 oder Typ 2+3 Parafudr mit 40kA Schutz eingesetzt werden. Auch am Wohnungsanschluss ist der Einsatz dieser Produkte korrekt. Das Produkt Raycap Protec C 160/320 Typ 2 40kA ist hierfür ideal. Nach diesen beiden Hauptschutzstufen können für verbleibende kleine Spannungsspitzen Typ-3-Überspannungsschutzsteckdosen eingesetzt werden. Ohne vorgelagerte Schutzstufen ist es nicht möglich, ein System allein mit einer Überspannungsschutzsteckdose vor Blitzen zu schützen.


Blitze gelangen nicht nur über die Energieversorgung ins System; auch Satellitenleitungen können Blitze übertragen und verursachen in vielen Gebäuden Schäden an Fernsehgeräten. Daher sollte hier ein Koaxialschutz für Satellitenleitungen vorgesehen werden. Die Raydat TV75 Serie ist hierfür unsere Empfehlung. Zusätzlich sollte bei Internetanschluss des Fernsehers ein RJ11-Leitungsschutz eingesetzt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch falsche Verbraucherinformation wirtschaftliche Erträge erzielt werden, während Systeme ungeschützt bleiben und erhebliche wirtschaftliche Schäden entstehen. Ein Blitzschutzsystem entsteht durch eine ingenieurtechnische Planung mit den richtigen Produkten. Es handelt sich nicht um eine einfache Lösung nach dem Prinzip „Steckdose einbauen und alles ist geschützt“. Die Planung muss gemäß IEC-Normen erfolgen. Denn in unserem Land schlagen parallel zur globalen Erwärmung jährlich rund 1 Million Blitze ein!
Als Yılkomer empfehlen wir vorrangig die Platzierung von AG-Parafudr-Paneelprodukten in Ihrem Gebäude oder Ihrer Wohnanlage. Für Analyse, Produktauswahl und Umsetzung können Sie bei Yılkomer eine kostenlose Vor-Ort-Besichtigung beantragen.
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